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10 Regeln der Bildgestaltung

Aktualisiert: 10. Sept. 2022

Bessere Bilder durch "Regeln"

 

Eine gute Bildgestaltung sorgt für gute Fotos. Es ist jedoch sehr schwierig herauszufinden, was eine gute Bildgestaltung ist. Das benötigt Zeit und Übung. Damit nicht jeder Fotograf einfach irgendwelche Bilder macht, gibt es 10 Regeln für die Bildgestaltung. Diese sollen dir dabei helfen, eine gute Bildgestaltung zu finden.



Regel Nummer 1: Die Drittel-Regel


Die wohl bekannteste Regel ist die sogenannte Drittel-Regel. Diese Regel besagt, dass du die wichtigen Elemente in deinem Bild an einem bestimmten Raster anordnen sollst, damit deine Bilder gut strukturiert sind. Bei der Drittel-Regel wird dein Bild in 3 mal 3 Blöcken aufgeteilt, also insgesamt 9 Teile. Die wichtigsten Elemente im Bild sollten also entlang dieser Linien platziert werden.

Die Drittel-Regel besagt, dass du alle wichtigen Elemente im Bild an den Linien platzieren solltest.

Regel Nummer 2: Gib dem Motiv einen Rahmen


Es hat seinen Grund, dass man Bilder in einem Rahmen an die Wand hängt. Der Rahmen gibt dem Betrachter einen Halt und konzentriert den Blick auf das Motiv.

Die Welt um uns herum ist voller Fenster, Löcher, Zweige und Säulen. Ein natürlicher Rahmen stellt das Motiv heraus und gibt dennoch Einblick in die Umgebung.

Du kannst zum Beispiel Fenster oder Spiegel nutzen, um deinem Motiv einen Rahmen zu geben.

Ein Rahmen um dein Motiv sorgt dafür, dass sich der Blick auf dein Motiv konzentriert und dennoch die Umgebung eingebunden wird.

Regel Nummer 3: Muster und Wiederholungen


Jeder von uns ist tagtäglich von vielen unterschiedlichen Mustern und Wiederholungen umgeben, wie zum Beispiel Pflastersteine in der Einfahrt, Säulen in der Stadt oder Bücher im Bücherregal. Mit Mustern kannst du ein strukturiertes und geordnetes Bild aufbauen. Wenn du aufmerksam durch die Welt gehst, wirst du bestimmt viele Muster und Wiederholungen finden, die ein interessantes Bild ergeben könnten.

Muster und Wiederholungen können deinem Bild eine Struktur verleihen.

Regel Nummer 4: Beschneiden und Freistellen


Störende und unwichtige Elemente in deinem Bild sorgen dafür, dass der Blick des Betrachters auf falsche Bereiche fällt. Um dies zu vermeiden ist es wichtig, dass du irrelevante Inhalte aus deinem Bild raus schneidest. Am besten ist es, wenn du schon bei der Aufnahme darauf achtest, welche Inhalte wichtig sind, um die unwichtigen Bereiche erst gar nicht aufzunehmen. Passiert dir das aber doch mal, dann ist es überhaupt kein Problem die irrelevanten Inhalte in der Nachbearbeitung zu beschneiden.

Schneide irrelevante Objekte im Bild weg. In diesem Beispiel steht ein Tisch rechts unten leicht ins Bild hinein.

Regel Nummer 5: Blickführende Linien


Linien können dein Bild zu einer Art Karte machen. Unsere Augen folgen den Linien im Bild automatisch. Wenn du die Möglichkeit hast Linien ins Bild zu setzen, dann lass sie auf das Motiv zulaufen. Durch die Linien entsteht ein Raum, der das Bild öffnet und für mehr Dreidimensionalität sorgt.

Blickführende Linien führen den Betrachter durch das Bild.




Regel Nummer 6: Vordergrund und Hintergrund


Jedes Bild, das gemacht wird, wird von unserem Gehirn automatisch in mehrere Ebenen eingeteilt. In der Regel sind diese Ebenen Vordergrund und Hintergrund. Es gibt auch Bilder, die mehr als nur 2 Ebenen haben wie etwa Mittelgrund. Meist wird das Motiv in den Vordergrund gesetzt, damit der Raum geöffnet wird. Versuche auf jeden Fall Vordergrund von Hintergrund zu trennen, damit sich dein Hauptmotiv vom Rest abhebt.

Teile deinen Vordergrund und Hintergrund, um mehr Ebenen zu erhalten.

Regel Nummer 7: Standpunkt und Perspektive


Du hast bestimmt schon mal was von Perspektiven gehört. Im Grund genommen stehen Standpunkt und Perspektive sehr nah beieinander, da du automatisch deine Perspektive änderst, wenn du deinen Standpunkt wechselst. Eine andere Perspektive kann sich sehr positiv auf deine Bilder auswirken. Fotografiere nicht einfach aus Augenhöhe, denn der Standpunkt hat großen Einfluss auf die Proportionen des Motivs. Fotografiere aus der Mitte des geplanten Bildes für einen neutralen Standpunkt, aus einer tiefen Position, um das Motiv zu erhöhen, aber fotografiere nicht mit dem sogenannten Feldherrenblick. Ich sage immer, die langweiligste Perspektive ist die, die aus Augenhöhe aufgenommen wird. Das liegt daran, dass diese Perspektive am häufigsten genutzt wird, da man sich hier nicht bücken oder strecken muss. Sei also nicht faul, sondern fotografiere aus den unwirklichsten Winkeln und Positionen. Hab auch keine Scheu mal näher ans Motiv ran zu gehen. Du wirst überrascht sein, welchen Effekt dein Bild dadurch erhält.

Fotografiere auch mal aus ungewöhnlichen Perspektiven, um deine Bilder aufregender zu gestalten.

Regel Nummer 8: Kontraste beachten


Kontraste sind die Seele der Fotografie. Dabei gibt es unterschiedliche Kontraste wie etwa: Formenkontrast, Helligkeitskontrast, Größenkontrast, Schärfekontrast und Farbkontrast. Verwende unterschiedliche Arten von Kontrasten, um dein Bild herausstechen zu lassen. Du solltest natürlich auch nicht übertreiben, aber eine ausgeglichene Anzahl an Kontrasten macht dein Bild für den Betrachter insgesamt spannender. Dabei müssen Kontraste nicht immer mit der Gestaltung selbst zu tun haben. Es ist auch möglich wie im folgenden Bild mit zwei unterschiedlichen Eigenschaften einen Kontrast zu erstellen.

Kontraste sorgen für eine gute Bildgestaltung. Dabei kannst du auch Eigenschaften als Kontraste verwenden.

Regel Nummer 9: Goldene/r Spirale/Schnitt


Du hast ja vorhin bereits die Drittel-Regel kennengelernt. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, wie die Elemente im Bild angeordnet werden können. Genau da kommt die goldene Spirale und der goldene Schnitt ins Spiel. Schauen wir uns diese beiden mal genauer an.


Goldene Spirale

Bei der goldenen Spirale handelt es sich um mehrere aneinandergereihte Viertelkreise, die immer kleiner werden. Dadurch ergibt sich eine Schnecke. Entlang dieser entstehenden Linie kannst du dann deine wichtigen Elemente anordnen. Die Goldene Spirale ist vor allem dann sehr sinnvoll, wenn es sich um harmonische Bilder handelt. Bei Bildern von Krieg und Schrecken ist diese Art der Bildgestaltung auf alle Fälle fehl am Platz.

Wenn du Objekte entlang der goldenen Spirale platzierst, kannst du einen harmonischen Bildaufbau kreieren.


Goldener Schnitt

Der goldene Schnitt ist ähnlich wie die Drittel-Regel. Das Bild wird ebenso in 9 Teile geteilt, die aber nicht gleich groß sind. Die Linien werden etwas mehr in die Mitte des Bildes gerückt, wodurch die wichtigen Elemente in deinem Bild mehr in die Mitte rücken. Auch diese Art der Anordnung wird vom Menschen als harmonisch empfunden, da diese in der Natur sehr oft vorkommt. Machst du also ein Porträt, kannst du zum Beispiel ein Auge des Models direkt auf einen der Schnittpunkte beim goldenen Schnitt platzieren.

Bei Porträts kannst du bei einem der 4 Schnittpunkte des goldenen Schnittes ein Auge des Models platzieren für eine harmonische Bildgestaltung.

Regel Nummer 10: Brich keine Regeln, die du nicht kennst!


All diese vorgestellten "Regeln" sind natürlich keine Pflicht. Du solltest auch nicht alle Regeln gemeinsam anwenden, denn dann wären deine Bilder ein reinstes Chaos. Aber wichtig ist, dass du keine dieser Regeln unbewusst brichst. Wenn du genau weißt, dass du Vordergrund von Hintergrund trennen sollst (laut Regel 6), dann heißt das nicht, dass du das auch wirklich tun musst. In manchen Situationen kann es zum Beispiel sehr interessant sein, wenn du den Vordergrund vom Hintergrund bewusst verschmelzen lässt. Diese Regeln sollen dich also nicht in deiner Kreativität einschränken, sondern anregen Neues auszuprobieren, indem du diese bewusst brichst. Am Anfang empfehle ich dir jedoch diese Regeln mal auszuprobieren und anzuwenden, damit du ein Gefühl für die Bedeutung dieser Regeln bekommst. Anschließend kannst du natürlich auch bewusst Regeln brechen.



Zusammenfassung


Bildgestaltung ist ein sehr schwieriges Thema in der Fotografie, die eine Menge an Übung und Erfahrung benötigen. Aus diesem Grund habe ich dir 10 Regeln zusammengestellt, die dir die Bildgestaltung vereinfachen sollen. Halte dich zuerst an diese Regeln und probiere sie einzeln oder in Kombination aus, um eine gute Bildgestaltung zu lernen. Aber beschränke dich auf keinen Fall auf all diese Regeln, sondern brich gerne bewusst diese Regeln und sei kreativ. Nur so kannst du die Kunst der Bildgestaltung erlernen und deinen eigenen Stil entwickeln.




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